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Workshops

Die Workshops finden am Samstag (15.6.) zwischen 11 und 19 Uhr in drei Sequenzen parallel statt. Die Teilnahme ist nur an nur einem der folgenden Workshops möglich und kann im Anmeldeformular ausgewählt werden.

Workshop I: Unteilbar gegen rechts? Neue Koalitionen zwischen Antifaschismus, Migrant*innen und Zivilgesellschaft
Der globale Aufstieg einer neuen Rechten erweist sich mehr und mehr als die zentrale Gefährdung unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die Morde des NSU stellen hierfür nur ein besonders gewaltförmiges Beispiel dar. Neue Antworten hierauf finden wir u.a. in dem Tribunal NSU-Komplex auflösen, das im Mai 2017 in Köln stattgefunden hat. Hier wurde migrantisch situiertes Wissen in den Mittelpunkt gestellt. Im September 2018 gab es mit der Welcome United-Parade in Hamburg die bislang größte migrantische Demonstration hierzulande, bei der die Kämpfe und die Situation von Geflüchteten sichtbar und hörbar wurde. Eine Viertelmillion Menschen setzten im Oktober darauf in Berlin bei #unteilbar ein unumstößliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus und Rechtspopulismus.
Jenseits von Zahlen und Symbolik zeigt sich in diesen Beispielen die neue mögliche Qualität einer antifaschistischen und antirassistischen Perspektive. In diesem Workshop wollen wir mit Akteur*innen aus diesen und anderen Gruppen die Chancen neuer intersektionaler Allianzen analysieren und nach den politischen Subjekten fragen, die sie tragen.
Chair: Esther Lehnert, Tamer Düzyol
Inputs: Özge Pinar Sarp (Opferperspektive e.V.), Heike Radvan (BTU Cottbus), Massimo Perinelli (Tribunal "NSU-Komplex auflösen"), Judith Amler (#unteilbar), Newroz Duman (Welcome United)

Workshop II: Stadt für alle? Migration, Solidarity Cities und das Recht auf Stadt
Während in zahllosen Nationalstaaten in- und außerhalb Europas rechte Parteien durchmaschieren und die Linke sich beinahe überall in der Defensive befindet, scheint das Rettende derzeit in den Städten zu wachsen. Ob die Recht auf Stadt-Bewegung, Mieter*innenproteste oder neue Diskussionen um Solidarische Städte in und mit linken Stadtregierungen: das Lokale scheint alles andere als verloren. Gleichzeitig sind die Spielräume von Städten und Kommunen begrenzt, nicht zuletzt, weil sie in besonderem Maße von den politischen und finanziellen Auswirkungen der Krisen- und Austeritätspolitik des letzten Jahrzehnts betroffen sind.
Können städtische Politiken tatsächlich über das Kommunale hinaus Strahlkraft entwickeln und (trans)nationale Politik verändern? Was gibt es für Ansätze, Erfolgsgeschichten und Hindernisse? Und vor allem: Wie kann eine neue Verzahnung der verschiedenen stadtpolitischen Experimente gedacht werden?
Chair: Mario Neumann, Daphne Büllesbach
Inputs: Laura Colini (Stadtforscherin), Malisa Zobel (Humboldt Viadrina Governance Platform), Elif Eralp (DIE LINKE Berlin), N.N. (Deutsche Wohnen enteignen)

Workshop III: Neue Arbeitskämpfe? Gewerkschaften, neues Prekariat und Perspektiven der Befreiung
Gegenwärtig werden Arbeitskämpfe diverser, neue Formen der Prekarität und des Protests treten auf die Bildfläche. So haben Zehntausende von Pflegekräften letztes Jahr nicht nur gegen Überlastung und für einen besseren Lohn gekämpft, sondern auch die Frage der gesamtgesellschaftliche Bedeutung der (Care-) Arbeit und die Frage von Zeit auf die Tagesordnung gesetzt. Bei Plattform-Ökonomien wie Foodora ersetzt die App den Betrieb und Algorithmen die Taktung der Arbeit; jenseits der großen Gewerkschaften kamen Arbeitskämpfe und Streiks zustande.
An welchen Punkten entzündet sich derzeit die kollektive Organisierung von Menschen rund um Löhne, Zeit und Arbeitsbedingungen? Welche Bedeutung kommt dem gesamtgesellschaftlich zu - eben wenn es um die Thematisierung von bezahlter und unbezahlter Reproduktionsarbeit oder die Frage von Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich geht? Welche Rolle spielen dabei Gewerkschaften und Betriebsräte?
Chair: Jan Dieren, Filippos Kourtoglou, Axel Troost
Inputs: Nicole Mayer-Ahuja (SOFI Göttingen), Uwe Meinhardt (IG Metall), N.N. (Kolleg*innen aus dem Pflegestreik)

Workshop IV: Ökologie als soziale Frage? Lebensweisen, Klimagerechtigkeit und Fridays for Future
Die Krise der ökologischen Existenzist DIE soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Der Raubbau an der Natur geht einher mit systematischer Zerstörung von Arbeitskräften und Lebensgrundlagen der Armen im globalen Süden, der bis vor unsere Haustür reicht.
Dies nicht als Resultat von falscher Bewirtschaftung oder Überbevölkerung, sondern das Ergebnis sozialer Verhältnisse, in die Interessen und Machtverhältnisse kapitalistischer Wachstumsgesellschaften eingeschrieben sind.
"Klimagerechtigkeit" gewinnt Bedeutung als verbindendes Motiv. Überdies scheint mit den "friday-for-future"-Schüler*innen-Streiks ein neuer Generationenkonflikt auf: Wenn wir die Produktions- und Lebensweise nicht rasch und grundlegend ändern, haben die jungen Generationen keine Chance mehr, den ökologischen Kollaps zu verhindern. Dass sich die gesellschaftliche Auseinandersetzung zunehmend darauf orientiert und nicht in konsumkritischen Diskursen verharrt, ist zweifellos ein Erfolg öffentlichkeitswirksamer Proteste und Aktionen - einer nicht zentrierten, aber doch erkennbaren neuen sozialökologischen Bewegung. Wie sind von hier aus neue Interventionen denkbar – und wie können sie die große politische Blockade einer neuen politischen Ökologie herausfordern?
Chair: Sabine Leidig, Nina Treu
Inputs: Isabell Eberlein (Changing Cities), Janna Aljets (IAA), Jens-Martin Rode (Energetisch Berlin), Matthias Schmelzer (Konzeptwerk Neue Ökonomie), Nadja Charaby (RLS), Fadi El-Ghazi (Berlin werbefrei), Christoph Lieven (Greenpeace), Tadzio Müller (Ende Gelände), Silvia Hable (Transition Bewegung), N.N. (Fridays for Future) u.a.

Workshop V: Neuer Feminismus? Frauenstreik, #metoo, NiUnaMenos
Feministische Kämpfe haben in den letzten Jahren neue Aufmerksamkeiten und neue Mobilisierungen erzeugt. Zum einen ist mit #metoo eine neue Bewegung erstanden, die nicht von Organisationen, Zusammenschlüssen oder Bewegungen auf der Straße getragen war und gleichzeitig reale Veränderungen erzwungen hat. Bis heute gelingt es ihr, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Zum anderen ist rund um den 8. März eine starke Mobilisierung entstanden, die unter dem Begriff des Frauenstreiks Fragen rund um vergeschlechtete und globale Arbeitsteilung und bezahlter und unbezahlter Reproduktionsarbeit aufwirft.
Warum gelingt derzeit eine neue feministische Mobilisierung? Worin liegen die Chancen und Perspektiven dieser neuen Solidaritäten und Proteste?
Chair: Franziska Drohsel, Vanessa Höse
Inputs: Isabell Lorey (KHM Köln), Anne Wizorek (Bloggerin, Autorin), Denise Garcia Bergt (International Women Space), Cecilia Maas (Ni Una Menos), Nives Bercht (feministische Aktivistin in den 80ern und Wendo-Trainerin)

Workshop VI: Gespaltene Linke? Kommunitarismus, Kosmopolitismus und neuer Internationalismus
Die Bewegungen der Migration und ihr Höhepunkt im Jahr 2015 haben in der Linken zum seit Jahrzehnten ersten tiefgreifenden Richtungsstreit geführt. Wir greifen den Streit auf, weil er die Auseinandersetzung als Konflikt nicht nur um das Verhältnis zur Migration, sondern um die auch praktische Bestimmung des universalistischen und deshalb auch internationalistischen Selbstverständnisses der Linken überhaupt fasst.
Unser Ziel ist ein doppeltes. In einem ersten Schritt wollen wir klären, was Universalismus und Internationalismus heute heißen müssen. Unsere These wird sein, dass linke Politik als Gerechtigkeitspolitik schon im Ansatz eine Politik zugleich der globalen sozialen und der ökologischen Gerechtigkeit sein muss. Im Kontext einer Debatte des Instituts Solidarische Moderne soll es im zweiten Schritt um die "Einstiegsprojekte" globaler Gerechtigkeit gehen, die wir von einer progressiven Mitte-Links-Regierung einfordern, die aus inneren wie äußeren Gründen in ihrem Handlungsspielraum begrenzt sein wird. Damit wollen wir das Gemeinsame bestimmen, auf das sich die unterschiedlichen Akteur*innen eines linken Crossovers einigen können.
Chair: Thomas Seibert, Volker Koehnen, Kerem Schamberger
Inputs: Stephan Lessenich (LMU München), Nilda Inkermann (I.L.A. Kollektiv, Uni Kassel), Katja Kipping (DIE LINKE), Anton Hofreiter (Die Grünen)