Frankfurter Rundschau: Solidarität mit den Beschäftigten

Solidaritätsaufruf für den Erhalt der Traditionszeitung

30.11.2012

Zu dem laufenden Insolvenzverfahren der Frankfurter Rundschau erklären Vorstand und Kuratorium des Instituts Solidarische Moderne (ISM):

Mit Bestürzung haben Vorstand und Kuratorium des ISM den Insolvenzantrag der Frankfurter Rundschau wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zur Kenntnis genommen. Die traditionsreiche Frankfurter Rundschau ist eine der Garantinnen für Meinungsstärke bzw. journalistische Qualität und als linksliberales Blatt vom deutschen Zeitungsmarkt nicht wegzudenken. Auch für die Beschäftigten bedeutet dies einen schweren Schlag; bereits über ein Jahrzehnt hinweg haben sie mit Einkommenseinbußen und einem massiven Arbeitsplatzabbau ihren Beitrag zum Erhalt des Druck- und Verlagshauses und damit zum Erhalt der Frankfurter Rundschau (FR) geleistet. Von den ehemals 1.600 Arbeitsplätzen vor 10 Jahren gibt es heute nur noch 500.

Wir erklären uns mit den Kolleginnen und Kollegen der Frankfurter Rundschau solidarisch. Die Frankfurter Rundschau braucht eine Zukunftsperspektive und die Beschäftigten brauchen sichere Arbeitsplätze in Verlag, Redaktion und Druckerei.

Wir fordern dazu auf, Fehlentscheidungen der letzten Jahre nicht zu Lasten der Beschäftigten und ihrer Familien auszutragen. Der Frankfurter Rundschau und ihren Beschäftigten muss jetzt eine Chance für einen Neubeginn eröffnet werden. Dafür sehen wir die bisherigen Hauptgesellschafter in der Verantwortung. Sie müssen gewährleisten, dass diese Chance im laufenden Insolvenzverfahren gewahrt bleibt.

Für den Vorstand: Sven Giegold, Sabine Leidig, Dr. Anke Martiny, Dr. Thomas Seibert, Andrea Ypsilanti, Reinhard Kahl, Katja Dörner, Franziska Drohsel, Dr. Ute Kalbitzer, Katja Kipping, Volker Koehnen, Marei Pelzer, Dr. Axel Troost

Für das Kuratorium: Dr. Franz Alt,  Dr. Sonja Buckel, Prof. Dr. Ulrich Brand, Prof. Dr. Fabian Kessl, Jutta Roitsch-Wittkowsky
 

Schlagworte: Arbeitsverhältnisse , Demokratie , Medien