Projekt "Solidarische Arbeitsverhältnisse"

 

Das Projekt „Solidarische Arbeitsverhältnisse“ verortet sich selbst in dieser eigentümlichen Situation und setzt an einer entscheidenden Stelle unserer Gesellschaft an, nämlich an den Arbeitsverhältnissen. Das Ziel des Projekts ist es, Entwürfe für eine Umgestaltung gesellschaftlicher Arbeitsverhältnisse im Sinne einer solidarischen Moderne zu entwickeln. Dafür wird in einem „Crossover-Verfahren“, angeleitet, moderiert und rückgekoppelt durch eine Moderationsgruppe aus dem ISM, eine innerwissenschaftliche Diskussion initiiert und mit der politischen Logik so vermittelt, dass die Diskussion zum Grenzgang wird zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Kritik einerseits und ihrer praktisch-politischen Umsetzung andererseits.

Zeitfrage, toter Punkt und Gegenentwürfe

Im Vorgelegten Abschlussbericht heben die Autor_innen Lessenich/Kalbitzer/Engster "die Zeitfrage" heraus. Für die solidarische Umgestaltung der Arbeitsverhältnisse ist die Arbeitszeit, der Stress und Druck, als auch die mangelnde Zeit für Diskussion, Kritik und Veränderung momentan sehr bedeutsam und zu knapp. Wir befinden uns demnach einem toten Punkt. Die Krise der gegenwärtigen Zeitökonomie und des Zeitregimes können aber als Umschlagpunkte gedeutet werden. Die Autor_innen skizzieren das Projekt der Politisierung der Zeitfrage im Rahmen eines neuen Modus des Politischen. 

Zusammen mit den zahlreichen Diskutant_innen werden im Abschlussbericht einige Gegenentwürfe zum Zeit- und Arbeitsregime vorgelegt. Konkrete Ansatzpunkte für das Projekt Solidarische Arbeitsverhältnisse werden benannt.

Aus dem Inhalt:

Die Gegenentwürfe: Arbeitszeitumverteilung, Auszeiten und soziale Infrastruktur

Zu Ebene 1 „Die Einbettung in übergreifende Strukturen“: Die Neugründung Europas und die
Finanz-, Geld- und Krisenpolitik

Zu Ebene 2 „Die Erwerbsarbeit und ihr Verhältnis zum Nicht-Erwerb“:
Arbeitszeitverkürzung durch Arbeitszeitumverteilung

Zu Ebene 3 „Einbettung von Erwerb und Nicht-Erwerb in die materielle Sicherung“:
Zeitwohlstand und -autonomie durch materielle und soziale (Grund-)Sicherungen

Zeitgemäße Formen eines Kampfes um die Zeit: Die (kontroverse) Intervention

Der Abschlussbericht findet sich unten zum Download

 

Die Diskussionsgruppen

Gefördert durch Otto-Brenner-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Friedrich-Ebert-Stiftung, trafen im Rahmen des Projektes in regelmäßigen Abständen, koordiniert und begleitet durch die Moderationsgruppe, Diskussionsgruppen aus Wissenschaftler_innen und Politiker_innen sowie externe Expert_innen aufeinander. Die Diskussionsgruppe „Wissenschaft“ repräsentiert in diesem Kontext den wissenschaftlichen, die Diskussionsgruppe „Politik“ den politischen Diskurs; die Diskussionsgruppe „Historisches Gedächtnis“ ist verantwortlich für die Rekonstruktion früherer wissenschaftlicher und politischer Diskurse, und der vierten Diskussionsgruppe „Grenzgänger_innen“ kommen die Aufgaben der Vermittlung zwischen Wissenschaft und Politik zu sowie die Thematisierung politisch-strategischer Probleme. Dazu kommen externe Expert_innen, die je nach Bedarf hinzugezogen werden und bei Wissenslücken oder bei der Vertiefung bestimmter Inhalte helfen oder Expertise zu angrenzenden Themen- und Wissensfeldern in den Diskussionsprozess einspeisen. Die Diskussionsgruppen überwanden  die Fragmentierung und Separierung kritischer Milieus und Akteure.

Die Mitglieder der einzelnen Diskussionsgruppen

Diskussionsgruppe Wissenschaft

Prof. Ingrid Arthus (Soziologie, Erlangen)
Dr. Kendra Briken (Soziologie, Glasgow)
Prof. Christian Brütt (Soziale Arbeit, Kiel)
Prof. Sonja Buckel (Rechtswissenschaften, Kassel)
Dr. Fritz Fiehler (Wirtschaftswissenschaften, Flensburg) Prof. Kerstin Jürgens (Mikrosoziologie, Kassel)
Prof. Juliane Karakayali (Soziale Arbeit, Berlin)
Prof. Eva Kocher (Rechtswissenschaften, Frankfurt/O.)
Prof. Martin Kronauer (Wirtschaft und Recht, HWR Berlin)
Prof. Steffen Lehndorff (Arbeitszeitforschung, Institut Arbeit und Quali kation Duisburg-Essen) Prof. Nicol Mayer-Ahuja (Soziologie, Göttingen)
Dr. Ingo Matuschek (Soziologie, Jena)
Dr. Oliver Nachtwey (Soziologie, Darmstadt)
Prof. Torsten Niechoj (VWL und Politikwissenschaft, Rhein-Waal)
Dr. Tilman Reiz (Philosophie, Jena)
Dr. Christian Schmidt (Philosophie, Leipzig)
Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (MdB Grüne)
Dr. Alexandra Wagner (Forschungsinstitut Internationale Arbeit, Berlin)

Diskussionsgruppe Politik

Katja Dörner (MdB Grüne) Sven Giegold (MdEP Grüne)
Heiko Glawe (DGB Wirtschafts- und Sozialpolitik; Berlin Brandenburg) Katja Kipping (MdB Die LINKE)
Thore Prien (Demokratie AG ISM)
Werner Rätz (Ko-Kreis Attac)
Dagmar Paternoga (Attac, “Genug für Alle”)
David Salomon (Prof. für Politikwissenschaft, Siegen)
Jan Schlemmermeyer (Soziale Bewegungen, Planungskommission Die LINKE)
Ingo Siebert (August Bebel Institut)
Wolfgang Uellenberg van Dawen (Bundesvorstand Ver.di)
Carl Waßmuth (Attac und Gemeingut)
Franziska Wiethold (DGB und Ver.di)
Andrea Ypsilanti (MdL SPD)

Diskussionsgruppe Grenzgänger_innen

Dr. Andreas Aust (Referent Bundestagsfraktion Die LINKE, Arbeitsmarktpolitischer Ratschlag) Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen)
Prof. Ulrich Brieler (Sozialphilosophie und Referat Wissenspolitik Stadt Leipzig)
Prof. Michael Corsten (Sozialwissenschaften, Hildesheim)
Franziska Drohsel (Bundesvorsitzende JUSOS 2007-2010)
Prof. Stefanie Graefe (Gesellschaftsvergleich und sozialer Wandel, Jena)
Prof. Aliki Lavranu (Soziologie, Kreta)
Dr. Kolja Möller (Exzellenzcluster Normative Ordnungen, Frankfurt/M.)
Prof. Franz Segbers (Theologie und Sozialethik, Marburg)
Dr. Thomas Seibert (Soziale Bewegungen, Medico, ISM)
Klaus-Dieter Stork (Fachbereichsleiter Kultur Stadt Hanau)
Axel Troost (MdB, Die LINKE)
Prof. Frieder Otto Wolf (Philosophie)

Historisches Gedächtnis

Prof. Ulf Kadritzke (HWR, Berlin)
Prof. Klaus Peter Kisker (VWL, DIW Berlin)
Prof. Michael Krätke (Politische Ökonomie, Lancaster)
Prof. Günter Krause (Politische Ökonomie, Berlin)
Dr. Anke Martiny (SPD, Transparency International, ISM)
Prof. Rudi Schmidt (Soziologie, Jena)
Prof. Klaus Steinitz (Hochschule Ökonomie, Berlin)

Externe Expert_innen

Dieter Scholz (Bundesvorstand DGB, „Gute Arbeit“, Berlin)
Prof. Frank Nullmeier (Politikwissenschaften, Bremen)
Prof. Klaus Dörre (Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie, Postwachstumskolleg, Jena)

Die Moderationsgruppe (MG)

Für die Organisation des Projekts wurde eine Moderationsgruppe (MG) gebildet. Projektleitend waren Prof. Ste- phan Lessenich, Dr. Ute Kalbitzer und Dr. Frank Engster.

Zum Download: