#14 »Soziale Arbeit und Bildung«

Workshopleitung: Prof. Dr. Fabian Kessl

Dokumentiert

Workshop Session II 13.30 Uhr – 17.00 Uhr

Workshop-Beschreibung: Die Arbeitsgruppe fragt nach den Bedingungen der Möglichkeit von Bildung im Kontext der gegenwärtigen Transformationsprozesse. Damit stellt sie die historisch dominante Deutung infrage, Bildung als Leistung des Einzelnen, des »autonomen Subjekts« zu betrachten. Demgegenüber fragt der Workshop vor dem Hintergrund einer subjekt- und gesellschaftskritischen Perspektive nach den nicht direkt sichtbaren Machtgefügen von Bildungsprozessen. Bildung wird dazu in einer dreifachen Relation diskutiert: einerseits in Bezug auf die ihr immanenten und sie strukturierenden sozialen Positionierungen und Ausschließungen, die die Akteure erfahren (z.B. Bildung in Armut), zweitens in Relation zu den gegenwärtigen (Re-)Strukturierungsprozessen staatlicher Institutionen (z.B. »Autonomisierung« von Bildungsinstitutionen) und schließlich als Bedingung der Möglichkeit von Subjektwerdung (z.B. Humankapitalisierung von Bildung). Ziel des Workshops ist es, auf diese Weise einen politisch-theoretischen Analysehorizont auszuleuchten, der gesellschafts- und bildungstheoretische Perspektiven miteinander vermittelt, und damit eine alternative Deutung gegenwärtiger Bildungsprogrammatiken, wie sie gerade in den Feldern der Sozialen Arbeit deutlich Konjunktur erfahren (z.B. Debatten um »kommunale Bildungslandschaften«, »informelle Bildung« oder »Bildung in der frühen Kindheit«), zu ermöglichen. Die Hoffnung ist, dass es auf diese Weise gelingt, einen systematischen Ausgangspunkt für eine Markierung möglicher Freiheitsräume und Emanzipationspotentiale zu generieren.

Expert_innen:

1. Prof. Dr. Susanne Maurer (Universität Marburg)
2. Prof. Dr. Rita Casale (Universität Wuppertal)
3. Prof. Dr. Ullrich Gintzel (Hochschule Dresden)

Biographien:

Fabian Kessl ist Professor für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit an der Universität Duisburg-Essen. Er ist Mitglied des Bundes der demokratischen Wissenschaftler/innen (BdWi), Geschäftsführer des Online-Only Journals "Social Work & Society" (www.socwork.net); Mitglied der Redaktion der Widersprüche sowie Mitglied des Beirats der Neuen Praxis. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: wohlfahrtsstaatliche Transformationsforschung, Empirie der Lebensführung, Sozialraumforschung und kritisch-reflexive Handlungsmethoden Sozialer Arbeit.

Martina Lütke-Harmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Soziale Arbeit und Sozialpolitik der Universität Duisburg-Essen. Ihre Forschungsinteressen liegen an den Schnittstellen von kritischer Subjekt- und Bildungstheorie, wohlfahrtsstaatlicher Transformations- und Demokratieforschung.

Susanne Maurer ist Professorin für Erziehungswissenschaft/Sozialpädagogik an der Philipps-Universität Marburg. Sie war außerdem in der offenen Jugendarbeit (Mädchenarbeit, Medienarbeit, politische Bildung, etc.) sowie in der Bildungs- und Kulturarbeit innerhalb verschiedener Kontexte tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. historische Sozialpädagogik, soziale Bewegungen und Sozialpädagogik sowie gesellschaftstheoretische Perspektiven auf Subjektivität und Handlungsfähigkeit.

Rita Casale ist Professorin für allgemeine Erziehungswissenschaften/Theorie der Bildung an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie ist außerdem Redakteurin der Zeitschrift Feministische Studien, des Jahrbuchs Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft und Mitherausgeberin des Jahrbuchs für Historische Bildungsforschung. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind: Bildungstheorie und Gesellschaftsanalyse, Feministische Theorie und historische Geschlechterforschung, Sozial- und Kulturgeschichte der Pädagogik in der europäischen Moderne.
Ullrich Gintzel ist Professor für Sozialarbeit/Sozialpädagogik an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden. Er ist in den Praxisfeldern der Erziehungshilfe, im Strafvollzug und in der Jugendsozialarbeit sowie in der Leitung des Votum-Verlages tätig. Zudem ist er Mitglied des ISM. Seine Forschungsschwerpunkte beziehen sich u.a. auf Hilfen zur Erziehung, Partizipation von Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe, Entwicklung sozialer Dienste und Qualitätsfragen in der Jugendhilfe.