#11 »Öko-soziale Bildung für eine öko-soziale Zukunft oder: Lernen als individueller Prozess«

Workshopleitung: Uwe Brecher

Dokumentiert

Workshop Session II 13.30 Uhr – 17.00 Uhr

Workshop-Beschreibung: Alle Systeme der Weltgesellschaft werden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen innerhalb der nächsten 50 Jahre kollabieren, wenn es nicht gelingen sollte Dinge weltweit, grundlegend anders zu tun. Otto Scharmer spricht (Theorie U, 2009, S. 99) von »der Gleichzeitigkeit dreier globaler Revolutionen, die die Koordinaten der sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Welt neu definieren: • die ökonomisch-ökologische Revolution: das Entstehen einer neuen Ökonomie• die sozial-relationale Revolution: das Entstehen der Netzwerkgesellschaft• die kulturelle-spirituelle Revolution: das entstehen eines neuen Bewusstseins.« (Scharmer 2009) Noch ist überhaupt nicht klar wie die, sicherlich als öko-sozial zu bezeichnende Weltgesellschaft aussehen wird oder wie es möglich sein wird, die nötigen Veränderungen zu bewirken oder welche Probleme in der Zukunft mit welchen Methoden unter welchen Bedingungen zu lösen sein werden. Bildung ist von höchster Bedeutung. Sie ist eine wichtige Basis für ein erfülltes Leben jedes Einzelnen. Sie ist die Basis für das Erzeugen von Wohlstand. Sie ist auch Voraussetzung dafür, dass Individuen und Gesellschaft ihren Status verteidigen, erhalten bzw. ausbauen können. Bildung betrifft den ganzen Menschen. Bildung betrifft den ganzen Menschen in all seinen Dimensionen. Nicht nur logisch abstrakt, sondern auch holistisch-ganzheitlich, spirituell, musisch, als soziales Wesen und in Bezug auf die Körperlichkeit (Sport, Sensomotorik). Der Mensch ist ein Kulturwesen, ist kein Homo oeconomicus, kein Pareto-Nutzen-Optimierer, keine Effizienzmaschine, kein »Bruttosozialproduktvollstrecker«. Er ist vielmehr ein Homo oeconomicus cooperativus, also ein kooperatives Wesen, ein Kulturwesen. Die heutige Output-Orientierung der Schule, geschärft durch die seit PISA erfolgte weitere Operationalisierung und Instrumentalisierung der Schule zum Instrument der Allokation und Selektion ist sicherlich kontaproduktiv, wenn es dringend darum gehen muss Kinder auf eine moderne solidarische Gesellschaft vorzubereiten, ihnen allen eine Partizipation am bevorstehenden Wandel zu ermöglichen und die Kräfte aller für den notwendigen Wandel zu nutzen. Fraglich ist, wie schulische Bildung heute und in Zukunft aussehen muss, um die nächste Generation auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Ziel des Workshops ist es zu beleuchten, welche Konsequenzen eine Orientierung am Ideal einer modernen, solidarischen, öko- sozialen, nachhaltig wirtschaftenden Gesellschaft für schulisches Lernen vor allem auf individueller Ebene, aber auch auf schulischer und schulpolitischer Ebene ergeben könnten. Welche Ideen, Konzepte, Utopien gibt es? Welche Bildungsziele auf einer inhaltlichen Ebene verfolgt das ISM? Welche Auswirkungen auf Schule und die Organisation schulischen Lernens ergeben sich dadurch? Wie muss die Zukunft der Schule aussehen? Wie muss Lernen organisiert werden um die zukünftigen Generationen angemessen vorzubereiten?

Expert_innen:

1. Landesschüler_innen-Vertretung
2. Matis Hönig
3. Daniel Heggemann

Biographien:

Matis Höning ist Autor, Schauspieler, Spielleiter im Sinne der ›sozialen Skulptur‹,, Leiter des ›Literaturhauses Wiesbaden Villa Clementine‹ von 2000-2003, Mitarbeiter des Hessischen Kultusministers a.D. Hartmut Holzapfel von 2003-05.

Daniel Heggemann ist Promotionsstudent und Mitglied bei attac und beim Institut Solidarische Moderne (ISM).