#10 »Inklusive Schule«

Workshopleitung: Sybille von Soden

Dokumentiert

gewidmet Ursula Dörger

Workshop Session II 13.30 Uhr – 17.00 Uhr

Workshop-Beschreibung: Die von der Bundesregierung unterzeichnete und vom Bundestag ratifizierte UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen ist seit März 2009 in Kraft getreten. Das mit der Überwachung in Deutschland beauftragte Institut für Menschenrechte rich-tete eine Monitoringstelle zur Überwachung der UN-Behinderten-Konvention ein. In der Folgezeit haben die Kultusminister der Länder versucht, der Verpflichtung zum Umbau des Schulsystems zu entgehen. Seither wird die schulische Bildung und Erziehung wie-der intensiv diskutiert. 2009 rief die damalige Schleswig-Holsteinische Kultusministerin Erdsiek-Rave das »Jahr der inklusiven Bildung« aus, Verbände und Gewerkschaften wie GEW und GGG sowie Initiativen forderten mit Nachdruck Schritte auf dem Weg zur in-klusiven Schule endlich zu gehen. Um zu verstehen, weshalb es in Deutschland so schwierig ist, eine inklusives Schulsystem zu gewährleisten, ist es wichtig, Bedingungen für Bildung und Erziehung genauer zu betrachten, besonders das Fehlen eines Gesamtschulsystems in der Sekundarstufe I, in dem das gemeinsame Lernen der Grundschulzeit fortgesetzt werden kann. Vorliegende Erfahrungen aus reformpädagogisch orientierten Grund- und Gesamtschulen sollen dabei genutzt und weiter entwickelt werden. Im Workshop wollen wir den Begriff »Inklusive Schule« umfassend klären, wie in einer solchen Schule individuelles Lernen gelingen kann, wie der Prozess zur Schaffung eines inklusiven Schulsystems in Deutschland in einem Zeitraum von 10 Jahren aussehen kann und wie wir als normale StaatsbürgerInnen die Menschen- und Bürgerrechte unseres Gemeinwesens zur Stärkung unserer Demokratie in Bezug auf ein inklusives Schulsystem nutzen können.

Expert_innen:

1. Sigrid Trommershäuser
2. Roland Wegricht (SPD Kreisbeigeordneter Lahn-Dill)
3. Dr. Brigitte Schumann

Biographien:

Sybille von Soden war bis 2008 pädagogische Leiterin und Lehrerin an der IGS Nordend, Frankfurt a.M., einer Teamschule mit gemeinsamem Unterricht und reformpädagogischen Schwerpunkten. Sie ist Mitglied der GEW und Vorstandsmitglied im Landesverband Hessen der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule, Mitglied bei Pro IGS Frankfurt.

Sigrid Trommershäuser ist Schulamtsdirektorin, Mitglied in der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule, Landesverband Hessen und Pro IGS Frankfurt, heilpädagogische Praxis, gewerkschaftliches und berufspolitisches Engagement im Zusammenhang mit Erziehung und Bildung (Schule, Hochschule, Schulaufsicht, Ausbildung Therapie, Supervision).

Roland Wegricht studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Germanistik und Arbeitslehre, arbeitete als Lehrer sowie im Hessischen Kultusministerium und ist seit 1995 hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises für die SPD und Mitherausgeber von »Regionale Gewaltprävention – Strategien und Erfahrungen«, Luchterhand, 1997.

Brigitte Schumann ist Lehrerin und freie Bildungsjournalistin zudem ehemalige Grüne Landtagsabgeordnete (1990-2000), Unterstüzerin des NRW-Bndnisses »Eine Schule für alle«, Mitglied in der GEW, GGG und dem Grundschulverband. Veröffentlichung zum Thema: »Ich schäme mich ja so! – Die Sonderschule für Lernbehinderte als Schonraum«, Klinkhardt 2007.