#8 »Uni steht Kopf: Für eine Subversion des Wissens, für aktivistische Interventionen«

Workshopleitung: Jean Peters

Dokumentiert

Workshop Session II 13.30 Uhr – 17.00 Uhr

Workshop-Beschreibung: Die Entwicklung des heutigen Hochschulsystems ist schwer überschaubar, multidimensional verquickt – und doch von deutlichen Tendenzen geprägt: Die neue Hochschulfinanzierung weist den kritischen Wissenschaften einen neuen Platz zu. Die Arbeits- und Lernbedingungen an den Universitäten definieren die Unis als politischen und gesellschaftlichen Ort neu – und entpolitisieren ihn. Doch es gibt viele Formen selbstorganisierten Austausches, der sowohl auf Ausgrenzungen und neue Möglichkeiten der Subversion aufmerksam machen kann – ob spielerisch, radikal, ob mit oder ohne Ziel, ob mit oder ohne Sahne. In unserem Workshop wollen wir einige strukturelle Grundzüge dieser Entwicklung beleuchten – und nach den Perspektiven kreativen Protests und emanzipierter Wissenschaften und Wissenswelten fragen: Wo verläuft die Schnittstelle, wo die Trennlinie zwischen Aktivismus in der Hochschule und politischer Wissenschaft? Wie kann scheinbar Unpolitisches politisiert werden? Wie können Praxis und Theorie verbunden werden? Was ist Aktivismus an der Hochschule und wie kann er kreativ gestaltet werden? Was verstehen wir unter militanter Untersuchung? Wir wollen über konkrete Formen des Aktivismus und dessen Verbindung zur Akademia sprechen. Und natürlich fragen: Gibt es die Perspektive einer Subversion des Wissens?
 

Expert_innen:

1. Martin Kaul (taz)
2. Tadzio Müller (Aktivist)
3. Asoka Esuruoso (filmmaker)
 

Biographien:

Jean Peters, 25, ist Student der Politikwissenschaften, Kinderclown und Freizeitaktivist. Er gründete u.a. den Dieter Lenzen Fanclub, eine Satirischen Bewegung, die die Werbesprache der Universität gegen sie selbst richtete und initiierte einen kritischen studentischen Studienkreis zu Friedensforschung als alternative Lern- und Lehrform.

Martin Kaul, 28, ist taz-Redakteur für Politik von unten & Soziale Bewegungen. Während seines Studiums war er im Rahmen von Studierendenprotesten aktiv und beschäftigte sich kritisch mit dem Umbau des Hochschulsystems und den Potentialen subversiver Symbolpolitik.

Tadzio Müller ist präkarisierter Politikwissenschaftler und Publizist in Berlin. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift »Turbulence: Ideas for movement«, zusammen mit Stefan Kaufmann Autor von »Grüner Kapita¬lismus. Krise, Klima, Wachstumswahn«, Dietz Verlag, im Erscheinen; und im Rahmen des internationalen Netzwerkes Climate Justice Action aktiv in der globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit.

Adebisi Asoka Fozard-Esuruoso received her Bachelors degree in Film from the Maryland Institute College of Art, then enrolled in the Post-Baccalaureate program at Columbia University in New York. At Columbia she studied International Law, Human Rights, and Development Policy, also African American Literature. She enrolled in the English Masters Degree program at the Freie Universität Berlin, with a focus on Post-Colonial Literature and Post Colonial Political Theory. Professionally she has worked as a filmmaker with institutions promoting Environmental, Human Rights and Human Dignity, and Aids awareness. From the start of her Masters Degree studies at the Freie Universität Berlin she has been working with female refugees and asylum seekers in Germany through organizations like Women in Exile and Togo Action Plus. As females of color women asylum seekers and refugees suffer under the triple burden of discrimination based on race, sex, and social status. Their voices are not heard here within German society or the global community. Asoka's academic work and research have focused on breaking this fear and isolation by working together with these women to document their lives through film and literature; and to help build outreach programs to connect the refugees with the Germans they live near and other refugee communities across Germany.