#5 »Die unternehmerische Hochschule - neoliberale Umstrukturierungen«

Workshopleitung: Felix Silomon-Pflug

Dokumentiert

Workshop Session II 13.30 Uhr – 17.00 Uhr

Workshop-Beschreibung: Die Diskussion um die Autonomie der einzelnen Hochschule stellt einen Kristallisationspunkt dar, um den herum sich das neoliberale Paradigma am besten beschreiben lässt, dessen Ergebnis in unseren Augen die unternehmerische Hochschule ist. Um zu verdeutlichen, was das qualitativ Neue dieser Entwicklung ist, scheint es notwendig zu betonen, was damit nicht gemeint ist. Es soll sich dabei nicht um eine Auseinandersetzung mit dem Einfluss »der« Wirtschaft auf »die« Hochschule handeln. Die Bedeutung der Hochschulen für die Ökonomie in Form von verwertbarem Wissen und verwertbaren Fachkräften hat spätestens mit der Etablierung von Fachwissenschaften Einzug in die Hochschulen gehalten. Dieser Prozess findet seine Fortsetzung in der Etablierung von Berufsakademien oder Fachhochschulen. Die Hochschule als Institution zu begreifen, die der Industrie zuarbeitet, ist dementsprechend keine besonders neue Erkenntnis.

Expert_innen:

1. Dr. Oliver Brüchert (GEW)
2. Emanuel Kapfinger (Uni Frankfurt)

Biographien:

Felix Silomon-Pflug ist Politikwissenschaftler, ab September 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Humangeographie an der Goethe-Universität und Mitherausgeber der Zeit­schrift ›diskus‹. Veröffentlichung zum Thema: »Gou­ver­ne­mentale Regierung (in) der Hochschule des 21. Jahrhunderts«, Reihe Hoch­schul­schriften, BdWi-Verlag, 2010.

Oliver Brüchert ist Soziologe und war bis März 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt. Seit Juni 2010 ist er Referent für Tarifkoordination beim Hauptvorstand der GEW. Er ist Redakteur der Zeitschrift www.links-netz.de und engagiert im Komitee für Grundrechte und Demokratie. Veröffentlichungen zum Thema: »Europäischer Hochschulraum. Gewerkschaftliche Gestaltungspotenziale im Bologna-Prozess«, in: HLZ – Zeitschrift der GEW Hessen für Erziehung, Bildung, Forschung, Heft 5/2009, S. 22-23; »Im Schatten der Leuchttürme. Zur Logik des Hochschulrankings«, in: Bernd Belina/Judith Miggelbrink (Hg.): Hier so, dort anders. Raumbezogene Vergleiche in der Wissenschaft und anderswo. Verlag Westfälisches Dampfboot 2009; S. 40-61.

Emanuel Kampfinger studiert Philosophie an der Universität Frankfurt, ist in der GEW-Studierendengruppe sowie der Hochschulgruppe ›Demokratische Linke‹. Veröffentlichungen zum Thema: »Die Enteignung der Bildung durch den Bologna-Prozess«, in: Bauer, Christoph et al. (Hg.) Hochschule im Neoliberalismus, Selbstverlag 2010; »Bildung und Wissenschaft im Kapitalismus« (gem. mit Thomas Sablowski) in: Horst, J.-C. et al. (Hg.) Was passiert? Stellungnahmen zur Lage der Universität, diaphanes Verlag, 2010; »Die ›Situationistische Internationale‹ und ihr Einfluss auf die Studentenbewegung«, in: Widerspruch. Münchner Zeitschrift für Philosophie 48/2008, S. 63-68.