Die Summer Factory 2010

In der Zeit vom 24.-26.09.2010 fand an der Frankfurter Goethe Universität die erste »Summer Factory« des Instituts Solidarische Moderne zum Thema Bildung statt. Ihr Ziel war es, Mitgliedern und Nichtmitgliedern des Instituts die Teilnahme an seiner Wissensproduktion zu ermöglichen, sich partizipativ einzubringen in die Arbeit an dem Entwurf eines gegenhegemonialen solidarischen Projektes. Über 300 Teilnehmer_innen beteiligten sich in 17 Workshops an diesem Experiment.

Wie funktionierte die »Summer Factory«?

Der Name ist Programm. Es sollte etwas in einem gemeinsamen Produktionsprozess erarbeitet werden: die Grundrisse eines Manifests sowie ein Buch mit dem Titel »Bildung in der Demokratie« – in Anlehnung an die berühmte SDS-Hochschuldenkschrift von 1961 und das darauf folgende Buch »Hochschule in der Demokratie« von Uta Gerhardt, Wolfgang Nitsch, Claus Offe und U.K. Preuß von 1965 (Neuwied/Berlin: Luchterhand Verlag).
In 17 Workshops, die alle nach der gleichen Methode verfuhren und das Bildungsspektrum abzudecken suchten, wurden die einzelnen Bestandteile des Manifests erarbeitet, die am Abend des zweiten Tages in die Manifest-Gruppe eingebracht wurden. Die Manifest-Gruppe, die das Manifest endgültig formulieren wird, bestand aus einem/einer Delegierten aus den jeweiligen Workshops sowie einem Moderations-Team. Das Manifest wird Anfang 2011 gemeinsam mit den Texten aus den Workshop in dem Buch zur Summer Factory erscheinen.

Das Rahmenprogramm

Neben den Workshops hatten wir ein Rahmenprogramm zusammengestellt, um eine gemeinsame Diskussion und ein Kennenlernen aller Mitglieder zu ermöglichen.
Es begann am Freitag Abend mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zu den Ziele und Positionen des Instituts Solidarische Moderne. Miteinander diskutiert haben Katja Kipping (Die Linke), Prof. Dr. Stephan Lessenich (Uni Jena), Dr. Thomas Seibert (Autor und Mitglied im attac-Rat), PD Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Hans-Jürgen Urban (IG-Metall) und Andrea Ypsilanti (SPD),.

Am Samstagmittag gab es vor der zweiten Workshop-Session eine alternative Campus-Führung, um den historischen Ort, an dem die Summer Factory stattfand, kennen zu lernen: die Frankfurter Goethe-Universität in ihrem aktuellen politischen Wandel.

Nach den Workshops und einem anschließenden Essen folgte im Saal des Frankfurter Studierendenkinos die Vorführung von dem Film „Treibhäuser der Zukunft" von Reinhard Kahl mit anschließender Diskussion.

Am Sonntag Vormittag wurden die ersten Ergebnisse der Manifestgruppe vorgestellt. Zuvor hatte einer der Mitverfasser der Streitschrift von 1965, Prof. Dr. Wolfgang Nitsch, noch einmal den historischen Kontext der damaligen Situation vorgestellt, der deutlich machte, dass viele der damaligen Diskussionen, Ideen und Erfahrungen wichtige Erkenntnisse auch für die heutigen Auseinandersetzungen zu bieten haben.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde zum Schluss mit Aktivist_innen der Bildungsstreikbewegung die Frage diskutiert, wie aktuell die Rolle der sozialen Bewegungen, der linken Parteien und der kritischen Wissenschaftler_innen in den politischen Auseinandersetzungen eingeschätzt wird. Auf dem Podium saßen: Prof. Dr. Peter Grottian (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, FU Berlin), Paula Rauch (Schülerin am Französischen Gymnasium in Berlin, Schul- und Bildungsstreikaktivistin, die linke.SDS), Nadia Sergan (ehem. Asta-Vorsitzende Goethe Universität Frankfurt, Bildungsstreikaktivistin, Grüne Hochschulgruppe) und Jochen Nagel (Vorsitzender der GEW Hessen).

Wir danken Weltnetz.tv für die Produktion und zur Verfügungstellung des Interviews mit Sonja Buckel.

Schlagworte: Summer Factory